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Vom Abwasser zum sauberen Wasser
Sauberes Wasser ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Damit Flüsse und Seen auch für kommende Generationen sauber und lebenswert bleiben, wird das Abwasser aus Haushalten, Gewerbe und Industrie in der Kläranlage sorgfältig gereinigt.
Jeden Tag behandelt unsere Kläranlage rund 12 Millionen Liter Abwasser– das entspricht dem Inhalt von fast fünf olympischen Schwimmbecken. Dieses Abwasser stammt unter anderem aus Toiletten, Duschen, Küchen, Waschmaschinen und zahlreichen weiteren Anwendungen des täglichen Lebens.
Damit das Wasser wieder sicher in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann, durchläuft es mehrere aufeinander abgestimmte Reinigungsstufen. Dabei werden grobe Feststoffe, organische Verschmutzungen, Stickstoff, Phosphor und Mikroverunreinigungen entfernt.
Doch die Kläranlage reinigt nicht nur Wasser: Die bei der Reinigung anfallenden Schlämme werden weiterbehandelt und zur Erzeugung von Biogas genutzt. So entstehen erneuerbare Energie und wertvolle Rohstoffe, während gleichzeitig unsere Gewässer nachhaltig geschützt werden.
Begleiten Sie das Abwasser auf seinem Weg durch die Kläranlage und erfahren Sie, wie aus verschmutztem Wasser Schritt für Schritt wieder sauberes Wasser wird.

Detail-Skizze
1 Mechanische Reinigung
In der mechanischen Reinigungsstufe werden grobe und absetzbare Stoffe aus dem Abwasser entfernt. Diese gelangen beispielsweise als Toilettenpapier, Hygieneartikel, Sand, Kies oder kleine Steine über die Kanalisation in die Kläranlage.
Zunächst hält der Rechen grobe Bestandteile zurück. Anschliessend werden im Sandfang Sand und andere mineralische Stoffe abgeschieden. Im Vorklärbecken sinken schwerere organische Feststoffe auf den Beckenboden und werden als Primärschlamm entfernt. Dadurch werden die nachfolgenden biologischen Reinigungsstufen entlastet.







| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Detail-Skizze
2 Biologische Reinigung – Kohlenstoffabbau
In der biologischen Reinigungsstufe werden gelöste organische Stoffe aus dem Abwasser entfernt. Diese stammen insbesondere aus Fäkalien, Lebensmittelresten, Fetten, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie weiteren biologisch abbaubaren Stoffen aus Haushalten und Gewerbe.
Im Belebungsbecken bauen Mikroorganismen diese organischen Stoffe mithilfe von Sauerstoff ab. Dabei entstehen Kohlendioxid, Wasser und neue Mikroorganismen (Biomasse). Die Mikroorganismen bilden den sogenannten Belebtschlamm.




| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Detail-Skizze
3 Biologische Stickstoffentfernung
Stickstoff gelangt vor allem über Urin, Fäkalien und eiweisshaltige Lebensmittelreste ins Abwasser. Gelangt zu viel Stickstoff in Gewässer, kann dies zu einer Überdüngung und zu verstärktem Algenwachstum führen.
Die Stickstoffentfernung erfolgt im Belebungsbecken in zwei Schritten. Bei der Nitrifikation wandeln spezialisierte Bakterien Ammonium unter Sauerstoffzufuhr zunächst in Nitrit und anschliessend in Nitrat um.
Bei der Denitrifikation nutzen andere Bakterien das Nitrat in einem unbelüfteten, sauerstoffarmen Bereich als Sauerstoffquelle. Dabei wird es zu gasförmigem Stickstoff (N₂) umgewandelt, der in die Atmosphäre entweicht. Auf diese Weise wird der Stickstoff dauerhaft aus dem Abwasser entfernt.
| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
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4 Phosphorelimination
Phosphor gelangt vor allem über Urin, Fäkalien, Lebensmittelreste sowie Wasch- und Reinigungsmittel ins Abwasser. Zu hohe Phosphoreinträge fördern in Gewässern das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen und können das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen.
Die Phosphorelimination findet im Belebungsbecken statt. Bei der biologischen Phosphorelimination (Bio-P) durchläuft der Belebtschlamm zunächst einen sauerstoff- und nitratfreien Bereich. Unter diesen Bedingungen werden bestimmte Mikroorganismen dazu angeregt, in den nachfolgenden belüfteten Bereichen besonders viel Phosphor aufzunehmen und in ihren Zellen zu speichern. Der gespeicherte Phosphor wird zusammen mit dem Überschussschlamm aus dem Reinigungsprozess entfernt.
Zusätzlich wird im Belebungsbecken ein Eisensalz dosiert. Das Eisen reagiert mit dem gelösten Phosphat und bildet schwer lösliche Verbindungen. Diese lagern sich an den Belebtschlamm an und werden im Nachklärbecken zusammen mit ihm vom gereinigten Wasser getrennt.



| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Detail-Skizze
5 Nachklärung
Im Nachklärbecken wird der Belebtschlamm vom gereinigten Abwasser getrennt. Der Schlamm sinkt auf den Beckenboden, während das gereinigte Wasser an der Oberfläche abfliesst.
Ein grosser Teil des abgesetzten Schlamms wird als Rücklaufschlamm wieder in das Belebungsbecken gepumpt. Der Teil, der durch die Vermehrung der Mikroorganismen zusätzlich entstanden ist, wird als Überschussschlamm aus dem Prozess entfernt.


| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Detail-Skizze
6 Elimination von Mikroverunreinigungen
Trotz der biologischen Reinigung verbleiben im Abwasser kleinste Spurenstoffe wie Medikamentenrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel oder Bestandteile von Kosmetik- und Reinigungsprodukten. Diese sogenannten Mikroverunreinigungen können bereits in sehr geringen Konzentrationen Wasserlebewesen beeinträchtigen.
Zur Entfernung wird das Wasser mit Ozon behandelt. Das Ozon reagiert mit vielen dieser organischen Spurenstoffe und baut sie in kleinere, besser biologisch abbaubare Verbindungen um.


| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Detail-Skizze
7 Sandfiltration
Nach der Ozonbehandlung durchströmt das Wasser einen Sandfilter. Dieser hält feinste Schwebstoffe sowie Reaktionsprodukte aus der Ozonung zurück. Gleichzeitig werden die verbliebenen Stoffe durch Mikroorganismen auf dem Filtermaterial weiter biologisch abgebaut.
Die Sandfiltration sorgt für eine zusätzliche Reinigung und verbessert die Wasserqualität vor der Einleitung in das Gewässer.
| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Detail-Skizze
8 Gereinigtes Abwasser


| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Schlammbehandlung
Herkunft des Frischschlamms
Bei der Abwasserreinigung fallen zwei Schlammarten an. Der Primärschlamm stammt aus dem Vorklärbecken und besteht aus den dort abgesetzten organischen und mineralischen Feststoffen.
Der Überschussschlamm entsteht in der biologischen Reinigung, wenn sich die Mikroorganismen vermehren und ein Teil des Belebtschlamms aus dem Prozess entfernt wird.
Primärschlamm und Überschussschlamm werden zusammengeführt. Dieses Gemisch wird als Frischschlamm bezeichnet.
9a Schlammeindickung
Vor der Faulung wird der Frischschlamm eingedickt. Dabei wird ein Teil des enthaltenen Wassers entfernt. Dadurch verringert sich das Schlammvolumen und der Feststoffgehalt steigt. Dies verbessert die Effizienz der nachfolgenden Faulung,

| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Faulschlammenge | 33’000 m³ / a |
| Gasproduktion | 400′000 m³ / a |
| Stromproduktion | 840 MWh / a |
9b Faulung
Der eingedickte Schlamm gelangt in den Faulturm. Dort bauen Mikroorganismen die organischen Bestandteile unter Sauerstoffausschluss und bei einer Temperatur von rund 37 °C ab.
Während dieses etwa drei bis vier Wochen dauernden Prozesses entsteht Biogas. Gleichzeitig wird der Schlamm stabilisiert und die organische Substanz weitgehend abgebaut.

| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Menge entwässerter Klärschlamm | 2’600 to/Jahr |
| Menge Trockensubstanz | 790 to/Jahr |
Detail-Skizze
9c Schlammentwässerung und -Entsorgung
Nach der Faulung wird der Schlamm mit einer Zentrifuge entwässert. In der schnell rotierenden Trommel wirken hohe Fliehkräfte. Dadurch werden die festen Schlammteilchen nach aussen gedrückt und vom Wasser getrennt.
Das abgetrennte Wasser wird in den Reinigungsprozess zurückgeführt. Der entwässerte Klärschlamm besitzt deutlich weniger Volumen und Gewicht und kann anschliessend einer thermischen Verwertung zugeführt werden. Dabei kann der im Schlamm enthaltene Phosphor zurückgewonnen und als wertvoller Rohstoff wiederverwendet werden.


| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
10 Biogas und Solarstrom
Das bei der Faulung entstehende Biogas besteht hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid. Es wird gesammelt und in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt.
Die Wärme dient unter anderem zur Beheizung des Faulturms, während der erzeugte Strom zusammen mit dem Strom der Fotovoltaikanlagen einen grossen Teil des Eigenbedarfs der Kläranlage deckt.


| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |
Detail-Skizze
11 Betriebsgebäude
Das Betriebsgebäude ist das organisatorische und technische Zentrum der Kläranlage. In der Leitwarte werden sämtliche Prozesse zentral überwacht und gesteuert. Ein chemisches Labor ermöglicht die laufende Kontrolle der Reinigungsleistung und Wasserqualität. Ergänzt wird das Gebäude durch eine Werkstatt, die Administration sowie Garderoben und einen Aufenthaltsraum für die Mitarbeitenden.
| Ein paar Zahlen | |
|---|---|
| Max. Zulauf ARA | 700 l/s |
| Anzahl Schneckenpumpen | 8 |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Zulauf | 3 x 150 l/s |
| - Beschickung Regenbecken | 2 x 600 l/s |
| Volumen Regenbecken | 2 x 1'750 m³ |




















