

Geschichte – Sauberes Wasser für alle!
Die Geschichte der ARA Fischbach-Glatt ist geprägt von stetiger Weiterentwicklung. Seit der Gründung des Zweckverbands im Jahr 1965 wurde die Anlage laufend erweitert und modernisiert, um den wachsenden Anforderungen an Gewässerschutz, Betriebssicherheit und Abwasserreinigung gerecht zu werden. Die wichtigsten Meilensteine finden Sie in der folgenden Zeitleiste.

Gründung
Anfang der 1960er-Jahre standen die Verbandsgemeinden Dielsdorf, Neerach, Niederglatt, Niederhasli, Oberhasli, Regensberg und Rümlang vor der Aufgabe der Abwasserreinigung. Eine Studie von Ingenieur Hans Gujer im Auftrag der kantonalen Baudirektion zeigte die Vorteile eines Zusammenschlusses. So wurde am 2. September 1965 der Zweckverband Abwasserreinigung Fischbach-Glatt gegründet.

Baustart
Mit dem Bau der Anlagen wurde im Sommer 1969 gestartet.
Nach einer Bauzeit von drei Jahren konnte die Gesamtanlage
in Betrieb genommen werden.
Bei der Dimensionierung wurde damals auf eine Einwohnerzahl
von 37’750 ausgelegt und Landreserven
nach damaligem Reinigungsstand für 100’000 Einwohner
freigehalten.

Inbetriebnahme Schlammeindicker
Im Sommer 1972 konnte der Zweckverband die mechanisch-biologischen Anlage
mit Schlammeindicker in Betrieb nehmen.

Ausbau Schlammbehandlung
Nach der Stilllegung der KEZU Bülach im Jahr 1976 musste für die Schlammentsorgung eine neue Lösung gefunden werden. Deshalb wurde eine moderne Schlammbehandlung geplant und 1982 der Faulbetrieb mit Strom- und Wärmeerzeugung in Betrieb genommen. Dafür wurden rund 4 Mio. CHF investiert, später weitere 4 Mio. CHF für die Schlammtrocknung.

Ausbau Nitrifikation, Hygienisierung
Um die Glatt als Vorfluter weiter zu entlasten, wurden die Reinigungsanforderungen erhöht. Dafür wurden die Anlage ausgebaut, die Becken modernisiert sowie Steuerung und Schlammbehandlung erneuert. Insgesamt investierte der Zweckverband rund 20 Mio. CHF. Die ARA gehörte damals zu den modernsten Anlagen der Schweiz, später wurde auch Bachs angeschlossen.

Stilllegung Kläschlammtrocknung
Im Jahr 2008 wurde die Kläschlammtrocknung
aus Kostengründen stillgelegt. Seither wurde der Schlamm in einer neu
errichteten Schlammentwässerung selbst entwässert und anschliessend in
verschiedenen Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt.

Landbeschaffung
Vor der Planung wurden verschiedene Reinigungsverfahren auf ihre Machbarkeit und ihren Platzbedarf geprüft. Das gewählte Konzept wurde durch eine Zweitmeinung sowie den Kanton bestätigt. Um eine optimale Anordnung der Anlagen zu ermöglichen, beschaffte der Zweckverband zusätzliches Land. Die Bevölkerung stimmte diesem Vorhaben am 4. September 2011 mit grosser Mehrheit zu.

Klärschlamm in die Klärschlammverbrennungsanlage
Seit 2016 muss der
entwässerte Klärschlamm zusammen mit demjenigen aller anderen
Kläranlagen im Kanton Zürich in die Klärschlammverbrennungsanlage Zürich
Werdhölzli. Aus der Asche wird zukünftig wertvolles Phosphor
zurückgewonnen.

ARA-Ausbau 2030
Mit dem Projekt «ARA 2030» wurde die ARA Fischbach-Glatt in Niederglatt zwischen 2016 und 2024 umfassend erneuert und erweitert. Rund CHF 61 Millionen wurden investiert und die Kapazität von 46'000 auf 80'000 Einwohnerwerte erhöht. Die Modernisierung erfolgte während des laufenden Betriebs und umfasste die mechanische und biologische Reinigung, die Regenwasserbehandlung sowie die betriebliche Infrastruktur. Ein zentraler Bestandteil ist die neue vierte Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen. Damit ist die ARA für die zukünftigen gesetzlichen und betrieblichen Anforderungen gerüstet.